Ob das “von” doch hilfreich ist?
Mittlerweile habe ich mich schon so daran gewöhnt, dass mich alle nur noch mit „Paul“ oder offiziell mit „Herr Paulsdorf“ anreden, dass ich mich schon etwas komisch fühle, wenn doch nochmal jemand das „von“ benutzt.
Das kommt aufgrund meines neuen Lebenswandels eigentlich kaum noch vor, doch nun bin ich am Überlegen, ob es nicht doch von Nutzen sein könnte.
Die meisten Menschen lassen sich nämlich von diesem kleinen Wörtchen recht stark beeindrucken. Verbinden sie damit doch gewisse Eigenschaften wie Reichtum, Stärke, Bildung oder Führungsfähigkeit. Man bekommt häufiger Einladungskarten zu tollen Partys, Wünsche werden schneller erfüllt, über gewisse Macken sieht man einfach hinweg und sogar Kredite werden leichter vergeben. Im Grunde kann man sogar potthässlich, fett, als und strohdumm sein – mit einem „von“ im Namen wird das alles verziehen und von manchen sogar als sexy empfunden.
Das soll nicht heißen, dass ich es unbedingt nötig hätte, doch als ich letztens bei meiner Freundin in Hannover rausgeflogen bin, half mir dieses kleine Wörtchen, im voll ausgebuchten Hannover Hotel doch noch ein freies Zimmer zu bekommen. Und das klappt immer und überall, ganz gleich ob ich ohne Vorbestellung in einem guten Restaurant essen will, beim Arzt nicht ewig warten möchte oder ich einfach so zum Spaß mal ein paar neue Autos Probefahren möchte. Und so mache ich mir dank dieser 3 Buchstaben hin und wieder mal ein schönes Wochenende mit einem nagelneuen Porsche in einem Hotel in der Lüneburger Heide.
Einzig und allein beim Arbeitsamt bringt dieses „von“ überhaupt nichts. Ganz im Gegenteil sehen darin meine Arbeitsvermittler darin sogar einen Nachteil, denn welcher Arbeitgeber hat schon gern einen Adligen als Angestellten. Höchstens in der Politik hätte ich eine Chance, doch dafür ist das Arbeitsamt nicht zuständig.
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Erstellt am 13. September 2011
um 10:01 am
Geschrieben / Erstellt von: Paul
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